Privathaftplichtversicherung – wer braucht sie?

von Sarah | 01/06/2015

Eine Privathaftplichtversicherung deckt eine Reihe von Eventualitäten ab, bei welchen wir Dritten durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn einen Schaden zufügen. Wenn man sich die Frage mit dieser Erklärung im Bewusstsein stellt, dann wird schnell klar, dass wirklich jeder eine Privathaftplichtversicherung haben sollte, und diese kein Luxus sondern reine Notwendigkeit ist.

Die Privathaftplichtversicherung kommt mit einer Deckungsssumme von 1 Million Euro und aufwärts. Die Prämien für diese Art Versicherung sind in der Regel gering, und der Schutz gilt überall, ob im eigenen Heim, auf der Straße oder im Ausland. Wo immer man sich aufhält, man hat Versicherungsschutz.

Brauche ich eine Privathaftplichtversicherung?

Vielleicht. Nein, bestimmt. Kleine Kinder im Haus, Haustiere oder die eigene Schusseligkeit oder Unüberlegtheit kann uns um Haus und Hof bringen. Der Fall, wo zwei Kinder auf der Straße Fangen spielen, und dabei einen Radfahrer zu Fall bringen? Der Radfahrer fiel auf den Kopf, erlitt schwere Verletzungen, fiel ins Koma. Die Kosten? Ca. 2 Millionen Euro. Die Kinder haben lediglich ganz unschuldig Fangen gespielt. So wie es alle Kinder tun. Die Folgen? Unüberschaubar, unvorhersehbar. Damit dürfe sich jede Frage, ob man eine Privathaftplichtversicherung benötigt, erübrigt haben. Man hat keine Kinder? Aber man lädt gerne Freunde ein? Man fährt wie ein Besessener, aber alles ist unter Kontrolle? Man beschäftigt eine Reinigungskraft, 1 bis 2 mal die Woche. Die Gründe dafür, eine Privathaftplichtversicherung abzuschließen, sind unbegrenzt.

Zum Thema Kinder (die unvorhergesehene Katastrophe): Schließt man eine Privathaftplichtversicherung, dann sind die eigenen Kinder automatisch mitversichert, auch der Ehepartner. Die Kinder sind solange versichert, wie sie die Schule besuchen, und ihre Ausbildung machen. Lebt man in einer eheähnlichen Gemeinschaft, dann kann der Versicherer auch für den Partner Schutz anbieten, dies ist jedoch eine separate Vereinbarung, die man sich unbedingt schriftlich geben lassen sollte.

Die Höhe der Privathaftplichtversicherung, bzw. die Versicherungssume hängt von der Police ab, jedoch sind in der Regel Schäden bei Dritten wie körperliche Schäden und daraus resultierende Behandlungskosten und eventuelles Schmerzensgeld enthalten. Doch man sollte für jeden Fall gerüstet sein. Das Beispiel mit dem Radfahrer wird den Versicherten schon in den finanziellen Ruin treiben, handelt es sich um eine Basisversicherungssumme von 1 MIillion Euro. Diese aus der Haftpflicht entstehenden Kosten (und eventuell Schulden) können gepfändet werden, der Schuldner kann sogar im Gefängnis landen, zumindest per Gesetz´, auch wenn dies wohl eher selten durchgesetzt werden sollte. Doch theoretisch kann das unschuldige Spiel der eigenen Kinder die Eltern in ganz gehörige Schwierigkeiten bringen. Man kann die Versicherungssumme erhöhen, und dies ist auch ratsam. Eine Summe von mindestens 3 Millionen sollte für den schlimmsten Fall ausreichen. Doch man kann auch noch höher gehen. Nicht jeder Versicherer wird es anbieten, doch einige bieten unbegrenzte Deckung an.

Was nicht versichert ist, sind in der Regel Schäden an beweglichen Gegenständen, die entweder gemietet, gepachtet oder geliehen sind; die unter Vorsatz entstanden sind; die dem Versicherten selbst entstehen. Dafür muss man extra eine Versicherung abschließen bzw. für Schäden, die vorsätzlich entstehen, wird keine Versicherung Schutz anbieten.  Auch wird eine Privathaftplichtversicherung nicht für Schäden aufkommen, die bei der Führung eines Fahrzeugs entstehen, hierfür schließt man eine Kfz-Haftpflichtversicherung ab, diese ist auch gesetzlich vorgegeben.

Eine Privathaftplichtversicherung bekommt man wirklich schon für kleines Geld, und es lässt einen vielleicht ein klein wenig ruhiger schlafen. Die Prämien kann man zwischen 35 und 100 Euro bekommen, dies ist eine jährliche Zahlung. Es lohnt sich, wie bei allen anderen Policen, die Anbieter erst einmal einem Vergleich zu unterziehen. Hat man keine Kinder und ist alleinstehend, dann kann sich dies günstig auf die Prämie auswirken. Natürlich muss diese angepasst werden, wenn sich die Situation ändert.

Abschließen kann man eine Versicherung bei einem Agenten oder Online, bei einer der vielen Direktanbieter. Die Versicherung im Internet abzuschließen, dürfte in der Regel die günstigere Alternative sein.

Fazit ist: Hat man keine Privathaftplichtversicherung, dann ist man ein wandelndes Risiko für andere. Ein Unfall ist so schnell passiert, und hier ist es nicht nur der teure Armani-Anzug, den man eventuell ersetzen muss, weil dieser Rotweinfleck nicht mehr rausgeht. Radfahrer sind gefährlicher als Fußgänger, dennoch ist alles relativ, denn der Radfahr in der ländlichen Gegend wird weniger gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer sein als der Fußgänger an der vielbefahrenen Hauptstraße in einer Millionenstadt unachtsam auf die Straße tritt und so einen Auffahrunfall verursacht. Sicher ist sicher.

In diesem Video wird die Privathaftpflichtversicherung auch noch einmal erklärt.

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